Vereinschronik


Im April 1995 wurde die Ära des Neusser EC mittels Konkursantrag beendet, nachdem man noch an den Playoffs (in Anbetracht der damaligen Mannschaft ein riesiger sportlicher Erfolg) der Ersten Liga teil genommen hatte (Ausscheiden im Achtelfinale gegen den SC Riessersee).

Am 06.07.1995 fanden sich dann rund 250 Personen zusammen, die den Neusser EV als Nachfolgeverein ins Leben riefen. Neben dem beträchtlichen Verwaltungsaufwand mußte man nun in Windeseile eine Mannschaft zusammenstellen, wobei es nicht weniger als neun Ex-Neusser vom EC Eschweiler in den Südpark (Fassungsvermögen 3.312) und damit an ihre ehemalig Wirkungsstätte zurückzog, die mit Ex-NEC Spielern sowie einigen Junioren das neue Team bildeten.

Saison 1995/96: Die Landesliga wurde im Eiltempo durchschritten. Ungeschlagen (NEV= Nicht Einmal Verloren) beendete man die Saison als Landesligameister und in der anschließenden Aufstiegsrunde als Erstplazierter, was den Aufstieg mit sich führte. Die neu geschaffene Verbandsliga (zwischen NRW- und Landesliga) wurde auf Wunsch des LEV übersprungen.

Saison 1996/97: Der NEV belegte nach unglücklichem Endspurt einen fünften Tabellenplatz nach der Vorrunde, stellte allerdings einen erfolgreichen Antrag beim Verband, trotzdem an der oberen Runde (Regional-Pokal NRW) teilzunehmen. Da nach dem ersten Spieltag einige Clubs Einspruch gegen diese Entscheidung einlegten, mußte der NEV gleichzeitig auch an der Qualifikationsrunde zur NRW-Liga teilzunehmen. So wartete der NEV mit einem Novum auf: Man meldete kurzerhand seine Junioren zum Spielbetrieb und entschied von Spiel zu Spiel, welches Aufgebot wo antreten sollte. Im Regional-Pokal fand man sich letztlich auf dem sechsten Rang wieder, während man den Klassenerhalt in der unteren Runde auf dem dritten Platz sicherte!

Saison 1997/98: Die Mannschaft pendelte sich im Saisonverlauf im unteren Mittelfeld ein. Trotz einiger Bedenken aus dem Umfeld entschied sich die Mannschaft, um den 9. Tabellenplatz zu kämpfen, der als letzter zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigte. Das Ziel wurde exakt erreicht, als einziges reines Amateurteam nahm Neuss die sportliche Herausforderung in der mit Nord-Regionalligisten erheblich verstärkten Runde an. Erschwerend kam hinzu, daß sich der Kader inzwischen erheblich reduziert hatte, so daß zu den meisten Spielen (vor allem auswärts) eine Rumpfmannschaft antrat. Trotzdem wurde das Ziel, nicht Letzter zu werden, erreicht.

Saison 1998/99: Da der Kader im Laufe der letzten beiden Jahre stark ausgedünnt wurde, wurde diesmal Wert auf einen großen Kader gelegt. Viele junge Spieler kamen zum Verein. Zwar lautete das sportliche Ziel aufgrund des starken Teilnehmerfelds nur Klassenerhalt, trotzdem begann die Saison schlechter als erwartet. Zusammenspiel und Torausbeute ließen stark zu wünschen übrig. Erst als Trainer Josef Spychala zurücktrat und Charlie Weise zur Jahreswende das Ruder in die Hand nahm, besserte sich die Lage. Am Ende belegte der NEV den vierten Platz der Relegation zur Regionalliga, mit etwas mehr Glück hätte man sogar noch etwas weiter oben landen können.

Saison 1999/2000: Die Vorrunde konnte nur mit dem siebten Tabellenplatz abgeschlossen werden, weit hinter dem eigentlichen Saisonziel. Man wollte unter die ersten drei kommen, um dann an der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord teilzunehmen. Doch viele verletzungsbedingte Ausfälle, sowie ein verpatzter Saisonstart, verhinderte dies. So spielte man nur in der Relegationsrunde zur Regionalliga NRW, in der auch der ehemalige Zweitligist Grefrather EV teilnahm. Da die Neusser meist in der zweiten Saisonhälfte besonders stark aufspielen, konnte ein Spitzenplatz erreicht werden. Der NEV mußte nur den Favoriten Grefrather EV den Vortritt lassen und erreichte einen versöhnlichen, guten zweiten Tabellenplatz. Dahinter rangierten neben dem Erzrivalen EHC Solingen und dem EHC Dortmund auch die Kölner Amateure, Vereine die in der Vorrunde noch deutlich vor den Neussern in der Tabelle plaziert waren.

Saison 2000/01: Erneut lautete das Ziel des Vorstandes die Endrunde zu erreichen, um den Fans auch mal andere Mannschaften präsentieren zu können. So wurden vor der Saison namhafte Spieler verpflichtet, um dies auch zu erreichen. Aber neben diesen Routiniers setzten die Verantwortlichen auch auf Nachwuchsspieler, welche neben den teilweisen DEL-erfahrenen Spielern lernen sollten und auch in Zukunft lernen sollen. So konnte man einen richtig guten Start hinlegen und auch gegen stärker eingeschätzte Gegner (Grefrath/Köln) punkten. Doch dann gab es einen Einbruch und erst nach einigen teilweise peinlichen Niederlagen fand man zu alter Stärke wieder. Schließlich schafften es die Neusser in Hamm die Huskies, den größten Konkurrenten um den dritten Platz, mit 11:3 vom Eis zu fegen. Danach war der Weg frei und der Vorstand plante so langsam für die Aufstiegsrunde. Diese erreichte man dann auch sicher als Dritter, direkt vor dem Gastverein SC Mittelrhein aus Neuwied, welchen man dann in der Aufstiegsrunde wieder traf. In dieser Aufstiegsrunde konnte man den sechsten von acht Plätzen erreichen. Zwar hatte man das Saisonziel schon erreicht, doch hätten sich die Verantwortlichen und Fans ein besseres Abschneiden gewünscht. Da aber sechs der acht Niederlagen mit nur einem oder zwei Treffern Unterschied zustande gekommen sind und einige dieser Niederlagen mehr als unglücklich waren, ist man mit dem Erreichten zufrieden gewesen. Allein schon die beiden Siege gegen die Semi-Profitruppe aus Nordhorn zeigte, daß man in Neuss auch ohne Profis guten Sport zeigen kann, ohne finanzielle Risiken eingehen zu müssen. Am Ende der Saison trennte man sich von Trainer Charlie Weise, der in der nächsten Saison von Trainergespann Jiri Smicek als Spielertrainer und Martin Jilek als Coach an der Bande ersetzt wird.

Saison 2001/02: Als Saisonziel wurde vom Vorstand Platz 3 oder 4 nach der Vorrunde und in den Play-Offs mindestens das Halbfinale ausgegeben. Mit dem zweiten Platz nach der Vorschlußrunde konnte das Ziel sogar übertroffen werden und wurde durch das Erreichen des Finales gegen den Grefrather EC gar noch getoppt! Zwar unterlag man dort, doch durften sich die Fans, welche wieder zahlreicher den Weg in den Südpark fanden, auf einen Vergleich gegen die Besten der Regionalliga Nord freuen. Gegen die mit vielen (Semi-)Profis gespickten Indians aus Hannover konnte man in der Fremde noch gut mithalten (1:3), mußte sich aber dann in Neuss klar mit 8:2 geschlagen geben. In den folgenden Spielen um Platz 3 konnte man sich für die erlittene Finalniederlage gegen den GEC revanchieren und so die sportlich erfolgreichste Saison versöhnlich beenden. Nach der Saison gab der Präsident Leo Buys seinen Abschied und das neue Ehrenmitglied hinterließ seinem Nachfolger Werner Link einen gesunden Verein, aber auch eine schwere Aufgabe.

Saison 2002/03: Nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte war klar, dass es schwer würde, an die jüngsten Erfolge anzuknüpfen. Aufgrund der in allen Beziehungen überzeugenden Leistungen des Vizemeisters setzte der neue Vorstand auf einen nur leicht veränderten Kader, der annähernd an den Erfolg der vorangegangenen Saison anknüpfen sollte. Jedoch mußte man bald feststellen, dass die Liga um einiges stärker geworden war und die Führungsspieler nicht mehr die gewohnte Rolle spielen konnten. Erst nach einem Trainerwechsel, Peter Kwasigroch übernahm das Amt von “Spielertrainer” Jiri Smicek und “Co” Martin Jilek, fand man auf die Erfolgsspur zurück. Trotzdem verfehlte der NEV das Saisonziel, Platz 4 nach der Vorrunde, um einen Rang, nach Punkten allerdings relativ deutlich. Zu stark war die Konkurrenz vom Oberliga-Absteiger Ratingen, der Herner EG, Vorjahresmeister GEC 2001 und dem Ex-DEL-Club ESC Moskitos Essen. Während man bereits in der ersten Saisonhälfte Spieler ziehen lassen musste, galt es auch nach dem Trainerwechsel, zwei Leistungsträger auf dem Eis zu ersetzen. Das neu gesteckte Saisonziel, das Erreichen des Halbfinales, sollte noch einmal Kräfte freisetzen, wurde aber trotz guter Vorstellungen nicht erreicht. So lieferte die verjüngte Neusser Mannschaft den Ratinger Aliens im Viertelfinale einen großen Kampf und mußte dennoch nach vier Spielen die Segel streichen.


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